MandyOnTour’s Weblog


Los Ticos

Veröffentlicht in San José von mandyontour am November 16, 2007

Man hat ja schon viel gehört von den Latinos und ihrem wohl wichtigsten Lebensinhalt „el amor“. Das selbst mal hautnah mitzuerleben kann ich jeder muchacha nur empfehlen. J Anders als in der Grabschdisse in der ich neulich war haben die Ticos es echt drauf, wenn sie sich die Mühe machen mit einem verbal zu kommunizieren. Wo lernen die das? Gibt es da Kurse in den Schulen „Como se seduce a los mujeres“ oder haben sie das einfach in die Wiege gelegt bekommen? Vielleicht nimmt sich ja auch der Vater seinen Sohn irgendwann bei Seite und führt ihn in die Geheimnisse der Verführung ein. Dann frag ich mich allerdings in welchem Alter dieses Gespräch wohl stattfinden mag, wenn einem sogar Jungs im Alter von etwa 10 Jahren im Vorbeifahren auf dem Fahrrad Dinge wie „Hola, ¡mi amor!“ hinterherrufen. Kommen Statements wie „puedo ver el luz en sus ojos muy bonitos“ oder „quisiera besar sus labios todo el tiempo” allerdings von Jungs/ Männern im geschlechtsreifen Alter, dann hat das schon was. Man fühlt sich echt geschmeichelt, auch ein wenig verlegen und wird vielleicht sogar schwach…… Von denen könnte so mancher deutsche Mann noch ne Menge lernen. Aber kann man das überhaupt lernen? Wo wir wieder bei der Ausgangsfrage wären – ein interessantes Thema. Ob man darüber seine Bachelor Thesis schreiben kann? Durchaus möglich einen touristischen Bezug herzustellen und einen interkulturellen Aspekt einfliessen zu lassen: „Akkulturationseffekte in Bezug auf das männlichen Balzverhaltens der Ticos bedingt durch die gestiegene Bedeutung des Tourismus in Costa Rica“ oder so ähnlich. Ich werde meinen Prof mal fragen, ob man da was draus machen kann. Bis ich das O.K. bekomme werde ich die Recherche anhand von Selbstversuchen weiter führen……. J

Ach ja – ich bin ja zum Arbeiten hier

Veröffentlicht in Arbeit von mandyontour am November 1, 2007

Aufgrund der zahlreichen Nachfragen, was ich denn eigentlich so auf Arbeit mache (an dieser Stelle viele liebe Grüsse nach Kapstadt) hier ein Auszug aus meinem alltäglichen Büroleben:

Ich arbeite bei einer kleinen lokalen Incoming-Agentur im Stadtteil Rohrmoser, 30 min. Fussweg von meiner Wohnung in Sabana Norte. Meine Arbeitszeiten sind Mo-Fr von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Die Agentur

Hier rechts neben der Honduranischen Botschaft ist die Agentur

Momentan arbeiten hier 5 Leute: die Geschäftsführerin und Miteigentümerin, Roys Díaz, sehr nett (wie alle J!), der Präsident und auch Eigentümer, Hermann Heise (Deutscher, der mich auch eingestellt hat – ist aber nicht so oft da, weil er noch andere Organisationen, wie die Handelskammer hier, leitet), Javier Errandonea (wofür der eigentlich zuständig ist hab ich bisher leider noch nicht herausgefungen – da läuft irgendein Projekt in Frankreich, bei dem ich dann irgendwann auch mitarbeiten soll), Tammy Zúñiga (Incentive Manager) und Andrés (zuständig für Privatreisende, seit 01.11. mit dabei – bis dahin hat das Iván Soto gemacht) 

Sind alle (ausser der Präsi natürlich) auf dem Bild:

Im Büro

 v.l.n.r.: Tammy, Roys, Javier, Andrés und Iván

Das war der letzte Arbeitstag von Iván und wir haben Pizza bestellt. Wir essen eigentlich jeden Tag gemeinsam, was wirklich sehr schön ist. Wie eine kleine Familie. (Das ist übrigens unser Office) 

Es macht echt Spass hier zu Arbeiten, was in erster Linie daran liegt, dass hier so wenige arbeiten und alle super lieb sind –  Familie eben. J

Die Arbeit an sich ist allerdings nicht so spannend, aber mittlererweile doch kurzweilig. Momentan ist auch nicht sooooo viel zu tun, das soll sich aber im Dezember/ Januar ändern.

Bislang hab ich mich mit den Hotels, Touroperatorn und Transportunternehmen auseinandergesetzt, mit denen wir zusammenarbeiten. Ist halt wichtig die alle zu kennen, braucht aber auch Zeit. So hab ich auch gleich was über die Geographie Costa Ricas gelernt. Für eine Incentiv-Gruppe aus den USA, die im Januar hier eine Konferenz abhalten, hab ich zusammen mit Tammy die Progammauswahl für die Pre- und Post-Events zusammengestellt. Die Teilnehmer sollen nämlich die Möglichkeit bekommen vor bzw. nach der eigentlichen Konferenz zu reisen. Dafür hab ich dann die Preise der Leistungsträger eingeholt und die Kapazitäten gecheckt. Für alle einzelnen Reisepackete hab ich dann die Kalkulation gemacht. Das war bislang die grösste Aufgabe die ich hatte, aber ich glaube bei so einem Veranstalter hat man als regulärer Angestellter auch nicht wirklich viel mehr zu tun…. 

Dann hab ich noch fleissig storniert, reserviert, gefaxt, telefoniert und Reiseleiter gesucht… Ist zwar nicht gerade viel, aber wie gesagt, mehr steht hier auch nicht wirklich an. Auch wenn wir die Reisepackete für jeden Kunden individuell nach seinen Wünschen gestallten ist es doch immer das gleich: die meisten wollen in einen Nationalpark, zum Vulkan Irazú, in die Hot Springs, Canopy-, Kaffee- oder Bananen-Touren machen und Rafting, Reiten, Strand etc. 

Die Buchhaltung macht Roys, aber der Abschluss ist bereits gemacht und wirklich interessieren tut mich das eh nicht.

Ich bin jetzt nur auf das Projekt von Javier gespannt und ich hoffe ganz doll, dass ich die Gelegenheit bekomme mit Hermann Heise zu sprechen, der vor allem für das Marketing verantwortlich ist, um von ihm Informationen über die Marketingaktivitäten zu bekommen. Das wäre toll! (Das Einführungsgespräch mit ihm steht allerdings auch noch aus und ich bin schon einen Monat da L – sehr beschäftigter Mann.) 

Bis dahin lese ich mich in die verschiedenen Akten ein und lerne durch die dokumentierten E-Mail Kontakte viel über den Ablauf, was ja auch net schlecht ist. 

Was total witzig ist, ist das Sprachkuddelmuddel was hier manchmal herrscht. Mit Andrés soll ich spanisch sprechen, damit ich es lerne, er spricht mit mir englisch, weil er das nicht so gut kann und auch lernen muss, mit Tammy spreche ich meist englisch, aber auch spanisch und ein bisschen deutsch, weil sie das gerade lernt. Javier spricht spanisch, englisch und französisch, Hermann und Roys sprechen deutsch, englisch und spanisch – ist echt machmal ein ganz schönes Durcheinander. J 

Tjoa, soweit… demnächst mehr, wenn die Geheimnisse des Projektes gelüftet werden- man darf gespannt sein!!!!